Name: MM12
Länge: 282km
Dauer: 8 Std
Höhe: 1320 m
Fazit:
Serpentinen, Bergseen und Berberaffen
Heute verlassen wir die Gegend rund um die Wasserfälle und tauchen wieder tief in das marokkanische Hinterland ein. Schon wenige Kilometer nach dem Start wird aus der normalen Verbindungsstrecke eine richtig schöne Motorradroute: kleine asphaltierte Straßen, enge Kurven, Serpentinen und immer wieder fantastische Ausblicke über die Berglandschaft. Später wird die Strecke auf einer größeren Nationalstraße etwas verkehrsreicher, bevor wir wieder in Richtung Norden abbiegen und schließlich unser Tagesziel im Mittleren Atlas erreichen. Dort wartet zum Abschluss noch ein ungewöhnliches Erlebnis auf uns: frei lebende Berberaffen.
Frühstück im Garten

Nach der Nacht in unserem kleinen, aber völlig ausreichenden Zimmer starten wir entspannt in den Tag. Besonders gut gefällt uns das Frühstück: reichhaltig, frisch und im Garten der Unterkunft serviert. Bevor wir die Region endgültig verlassen, fahren wir noch einmal durch den Ort. Danach wird es schnell ruhiger. Wir lassen die touristische Umgebung der Wasserfälle hinter uns und fahren hinein ins Hinterland. Die Straße ist schmaler, kurvenreicher und führt ständig leicht bergauf und bergab. Genau das macht die ersten Kilometer zu einem richtig schönen Einstieg in die heutige Etappe.
Schon nach wenigen Kilometern beginnen die Serpentinen
Kaum haben wir etwa zwölf Kilometer zurückgelegt, kommen die ersten richtigen Serpentinen. Die Straße zieht sich nun durch die Berge und wir gewinnen langsam an Höhe. Der Verkehr ist äußerst überschaubar und außerhalb der kleinen Ortschaften sind wir fast alleine unterwegs. Wir fahren durch eine kleine Bergregion und weiter durch die abwechslungsreiche Landschaft. Wenig später beginnt eine kleine Passstrecke. Mehrere Serpentinen führen uns nach oben und wir merken einmal mehr, wie viel Spaß solche kleinen marokkanischen Bergstraßen mit dem Motorrad machen. Oben angekommen, lohnt sich unbedingt eine Pause. Von hier haben wir einen tollen Blick über das Tal und auf die umliegenden Berge. Solche Aussichtspunkte sind für uns genau die Momente, für die wir Motorradreisen machen: Motorrad abstellen, Helm abnehmen, ein paar Fotos machen und einfach ein paar Minuten die Landschaft genießen.
Weiter durch die Bergwelt

Nach der Passhöhe geht es wieder bergab und wir fahren weiter durch die Bergwelt. Irgendwann erreichen wir eine größere Nationalstraße. Hier ist wesentlich mehr Verkehr unterwegs. Autos, Lastwagen und andere Verkehrsteilnehmer sorgen dafür, dass wir jetzt konzentrierter fahren müssen. Für uns ist das aber nur ein kurzer Abschnitt. Wir verlassen die stärker befahrene Straße wieder und biegen auf eine kleinere Verbindung in Richtung unseres nächsten Zwischenziels ab. Und schon wird es wieder angenehmer.
Ein Bergsee als schöner Zwischenstopp

Wir durchfahren einen kleineren Ort und bleiben anschließend auf der kurvenreichen Nebenstrecke. Etwa acht Kilometer hinter dem Ort erreichen wir einen Bergsee. Nach den vielen kurvigen Bergkilometern ist das ein schöner Kontrast. Das Wasser liegt ruhig in der Landschaft und bietet zusammen mit den Bergen wieder tolle Fotomotive. Wir halten natürlich an. Gerade auf längeren Etappen sollte man solche Möglichkeiten nutzen. Nicht nur, weil die Fotos später schöne Erinnerungen sind, sondern auch weil eine kurze Pause nach vielen Kurven einfach guttut. Ein paar Minuten stehen, etwas trinken, die Landschaft anschauen – und schon geht es wieder weiter.
Durch das Hinterland zum nächsten größeren Ort

Danach geht es weiter durch mehrere kleinere Orte und immer tiefer in das Hinterland. Die Strecke führt weiterhin durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Mal ist die Straße breiter und gerader, dann kommen wieder kurvigere Abschnitte. Der Verkehr hält sich meist in Grenzen. Schließlich erreichen wir einen größeren Ort im Mittleren Atlas. Für uns ist dieser vor allem ein praktischer Zwischenpunkt. Hier findet man alles, was man als Motorradreisender unterwegs brauchen kann: Unser Tipp: Solche größeren Orte sollte man auf längeren Etappen ruhig für Tank- und Versorgungspausen nutzen. Wenn danach wieder kleinere Straßen und abgelegene Regionen folgen, ist es angenehm, mit vollem Tank und ausreichend Vorräten weiterzufahren.
Weiter nach Norden

Von hier fahren wir weiter nach Norden. Über weitere kleinere Orte zieht sich die Route langsam in Richtung unseres Tagesziels. Dieser Abschnitt ist weniger spektakulär als die einsamen Serpentinen am Morgen, aber er bringt uns zuverlässig unserem Ziel näher. Der Verkehr schwankt immer wieder. Mal haben wir freie Fahrt, dann treffen wir auf mehr Fahrzeuge und müssen uns den Platz auf der Straße teilen. Mit jedem Kilometer kommen wir näher an die Regionen des Mittleren Atlas. Die Landschaft wird wieder etwas grüner und wir merken, dass sich der Charakter der Reise langsam verändert.
Unser Tagesziel im Mittleren Atlas
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Am Nachmittag erreichen wir schließlich unseren heutigen Zielort. Unser Hotel haben wir vorsichtshalber vorher reserviert. Im Nachhinein wäre das wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen, denn hier ist deutlich weniger los, als wir erwartet hatten. Für uns hat die Reservierung aber trotzdem einen Vorteil: Wir wissen sofort, wo wir hinmüssen und können uns nach der langen Etappe direkt um die Motorräder kümmern. Die Maschinen können wir direkt vor dem Eingang abstellen. Links und rechts neben dem Eingang gibt es ausreichend Platz, sodass wir die Motorräder gut und praktisch parken können. Dann heißt es erst einmal: Zimmer beziehen. Und die sind richtig gut. Nach den vielen unterschiedlichen Unterkünften der vergangenen Tage freuen wir uns über ein komfortables Zimmer und eine kurze Pause.
Zu Besuch bei den Berberaffen

Lange bleiben wir allerdings nicht im Hotel. Nach einer kurzen Pause fahren wir noch einmal mit den Motorrädern ans andere Ende des Ortes. Dort befindet sich ein bekannter Platz, an dem sich frei lebende Berberaffen aufhalten. Natürlich sind die Tiere längst daran gewöhnt, dass Besucher kommen und ihnen Futter anbieten. Schon bei der Ankunft sehen wir Einheimische, die Futter an die Touristen verkaufen möchten. Wir stellen die Motorräder ab und gehen ein Stück zu Fuß. Dabei gibt es allerdings einen wichtigen Motorrad-Tipp, den wir aus eigener Erfahrung weitergeben können: Helm gut sichern! Die Affen sind ausgesprochen neugierig und teilweise erstaunlich flink. Ein unbeaufsichtigter Helm kann durchaus interessant werden – und plötzlich hat der Affe das Souvenir, das eigentlich wir mit nach Hause nehmen wollten. Also: Helm ans Motorrad ketten oder anderweitig gut sichern. Das mag zunächst etwas übertrieben wirken, aber bei diesen neugierigen Tieren ist Vorsicht tatsächlich besser als später einem Affen hinterherzulaufen.
Ein ungewöhnlicher Abschluss des Tages
Die Berberaffen sind für uns noch einmal ein völlig anderes Erlebnis. Nach den vielen Kilometern durch Wüste, Schluchten und karge Berglandschaften stehen wir plötzlich mitten zwischen Bäumen und beobachten Tiere, die sich hier frei bewegen. Genau solche unerwarteten Erlebnisse bleiben uns von einer Motorradreise besonders in Erinnerung.
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Abendessen im Hotel
Zurück im Hotel haben wir erst einmal etwas Ruhe. Gegen 18 Uhr kommt dann wieder Leben ins Haus. Das Restaurant wird für den Abend vorbereitet und das Personal trifft ein. Wir genießen unser Abendessen und lassen den Tag gemütlich ausklingen. Alkohol wäre im Hotel zwar grundsätzlich erhältlich gewesen, aber wir sind während des Ramadan unterwegs und entscheiden uns deshalb für Wasser. Nach einem langen Fahrtag mit vielen Kurven, Bergpässen und einem Ausflug zu den Affen ist das auch völlig in Ordnung.
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