Name: MM8
Länge: 311km
Dauer: 7 Std
Höhe: 990 m
Fazit: 311 Kilometer voller Wüstenabenteuer: einsame Straßen, Steinwüste, Palmenhaine, kleine Orte und schließlich die ersten großen Sanddünen. Für uns ist dieser Tag ein echtes Highlight der Reise. Nach vielen abwechslungsreichen Etappen erreichen wir endlich die Sahara – und spätestens beim Sonnenuntergang wissen wir, warum sich jeder einzelne Kilometer gelohnt hat.
Tag 8 – Durch die Wüste zu den großen Dünen
Heute liegen rund 311 Kilometer vor uns. Nach den vergangenen Tagen geht es immer weiter in den Süden Marokkos – durch einsame Landschaften, kleine Wüstenorte und schließlich bis zu den großen Sanddünen der Sahara. Für uns ist das einer der Tage, auf die wir uns während der gesamten Reise besonders gefreut haben.
Frühstück im grünen Paradies

Wir haben gut geschlafen und gehen am Morgen zunächst zum Pool. Unter einer überdachten Loge ist bereits unser Frühstückstisch vorbereitet. Nach den vergangenen Tagen wirkt dieser Platz fast wie ein kleiner Garten Eden. Grün, ruhig und gemütlich – mitten in der trockenen Landschaft Südmarokkos. Erst beim Frühstück fällt uns auf, wie gut besucht die Anlage tatsächlich ist. Rund um uns herum sind zahlreiche Gäste untergebracht, darunter auch viele Reisende, die mit Wohnmobilen oder auf Motorrädern unterwegs sind. Nach dem Frühstück machen wir noch ein paar Fotos und packen anschließend unsere Motorräder. Sie stehen im Vorhof der Anlage, gemeinsam mit Wohnmobilen aus den unterschiedlichsten Ländern Europas. Dann heißt es wieder: Helm auf und los.
Noch einmal volltanken – unser Grundsatz
Wir fahren zunächst durch den Ort und nutzen eine der Tankstellen, um unsere Motorräder noch einmal vollständig aufzufüllen. Das ist bei uns inzwischen ein fester Grundsatz: Egal, wie viel noch im Tank ist – am Abend oder spätestens am nächsten Morgen wird vollgetankt. Gerade in abgelegenen Regionen möchten wir nicht überlegen müssen, ob die nächste Tankstelle tatsächlich dort liegt, wo wir sie auf der Karte vermuten. An einer Tankstelle entdecken wir sogar mehrere Waschplätze mit Hochdruckreinigern. Nach den vielen staubigen Kilometern wäre eine Motorradwäsche eigentlich längst überfällig – heute haben wir dafür allerdings keine Zeit.
Ein legendäres Schild am Straßenrand
Am Ortsende wartet noch ein Klassiker auf uns: ein bekanntes Schild mit der Entfernungsangabe zu einer legendären afrikanischen Reiseroute. Natürlich halten wir an. Für Motorradfahrer ist dieser Punkt fast schon ein Pflicht-Fotostopp. Solche kleinen Momente gehören für uns einfach zu einer Reise dazu. Nicht jeder Fotostopp muss spektakulär sein – manchmal reicht ein Schild am Straßenrand, um später sofort wieder zu wissen, wo man gerade unterwegs war.
Hinter der letzten Stadt wird es einsam
Kurz hinter dem Ort wird es schlagartig ruhiger. Die Straße zieht sich gerade durch die Landschaft und links und rechts gibt es kaum noch Bebauung. Teilweise kann etwas Sand auf die Fahrbahn geweht sein. Deshalb bleiben wir mit unserem Tempo lieber auf der sicheren Seite und fahren aufmerksam. Eine seltene, aber mögliche Überraschung sind kleine Sandverwehungen über die Straße. Unser Tipp: Wenn Sand auf der Fahrbahn liegt, Gas wegnehmen, das Motorrad möglichst gerade halten und langsam hindurchfahren. Ist die Verwehung größer, halten wir lieber kurz an und schauen uns die Situation in Ruhe an. Wir haben Urlaub. Wir müssen niemandem beweisen, wie schnell wir durch die Wüste fahren können.
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Steinwüste statt Sand

Nach einigen Kilometern verändert sich die Landschaft erneut. Der Sand verschwindet zunehmend und wird von einer steinigen, kargen Landschaft abgelöst. Die Straße selbst bleibt gut befahrbar und verläuft über lange Strecken fast schnurgerade. Am Wegesrand stehen nur vereinzelt Häuser. Dazwischen: viel Nichts. Und genau dieses Nichts fasziniert uns. Immer wieder tauchen am Horizont Berge auf, die uns zu einem spontanen Fotostopp einladen. Die Landschaft wirkt beinahe ausgestorben und gleichzeitig unglaublich beeindruckend. Das Streckennetz im Süden Marokkos ist deutlich weniger dicht als im Norden. Umso erstaunlicher ist es, wie regelmäßig uns andere Motorradfahrer entgegenkommen. Man erkennt sich. Ein kurzer Gruß – und weiter geht es. Wir vermuten allerdings, dass die meisten von ihnen deutlich früher gestartet sind. Die nächsten größeren Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten liegen schließlich schon ein gutes Stück entfernt.
Kleine Orte, Polizei und viel Aufmerksamkeit
Wir reduzieren unser Tempo und erreichen einen kleineren Ort. Am Ortseingang steht die Polizei. Wir grüßen freundlich, die Beamten grüßen zurück – und wir fahren weiter. Solche Situationen erleben wir auf unserer Reise immer wieder. Gerade in kleineren Orten fahren wir besonders aufmerksam und halten uns selbstverständlich an die vorgegebenen Geschwindigkeiten. Hinter dem Ort geht es weiter durch die karge Landschaft.
Palmen, Fossilien und Wüstenlandschaft

Mit dem nächsten größeren Ort verändert sich die Landschaft erneut. Immer wieder tauchen jetzt Palmenhaine am Straßenrand auf. Dazwischen bleibt die Umgebung karg und trocken. Auch Tiere gehören zum Landschaftsbild. Hier und da sehen wir Schafe oder Ziegen, die offensichtlich bestens an diese Umgebung angepasst sind. Der Ort selbst ist eher einfach und von der Wüstenlandschaft geprägt. Wer Zeit hat, kann hier eine Pause einlegen. Es gibt Cafés und Händler, die typische Fossilien und Mineralien anbieten. Die Region ist für solche Funde bekannt. Wir bleiben allerdings nicht lange. Unser heutiges Ziel liegt noch weiter südlich.
Richtung Sahara – die Landschaft wird immer wüstenartiger

Hinter dem Ort geht es weiter in Richtung unseres Tagesziels. Je weiter wir fahren, desto stärker verändert sich die Umgebung. Die Landschaft wirkt zunehmend wüstenartig. Sand liegt neben der Straße und am Horizont zeichnen sich bereits kleinere Dünen ab. Nach der langen, einsamen Strecke merken wir außerdem, dass der Verkehr wieder zunimmt. Wir erreichen einen größeren Wüstenort und erleben plötzlich wieder deutlich mehr Bewegung auf der Straße. Busse bringen Touristen in die Stadt, Händler stehen an den Straßen und gefühlt ist jeder zweite Laden ein Teppichgeschäft. Nach der Einsamkeit der vergangenen Kilometer wirkt das Ganze fast ein wenig überwältigend. Wir entscheiden uns deshalb, heute nicht anzuhalten, sondern fahren direkt durch den Ort hindurch. Am Ortsende legen wir noch einen wichtigen Stopp ein und tanken erneut voll. Jetzt sind wir für den letzten Abschnitt Richtung Wüste bestens vorbereitet.
Die ersten großen Dünen

Hinter dem Ort geht es auf einer langen, schnurgeraden Teerstraße weiter. Und jetzt beginnt das eigentliche Wüstengefühl. Der Sand nimmt neben der Straße immer mehr zu. Die Landschaft wird heller und trockener und irgendwann erkennen wir am Horizont die ersten größeren Dünen. Für uns ist das ein ganz besonderer Moment. Bis hierher haben wir schon viel Wüstenlandschaft gesehen – aber jetzt stehen tatsächlich die großen Sanddünen vor uns. Endlich sind wir an einer sprichwörtlichen Wüste angekommen. Nach den vielen Kilometern durch den Hohen Atlas, trockene Täler, Steinwüsten und Palmenlandschaften fühlt sich dieser Anblick noch einmal ganz anders an.
Unsere Unterkunft direkt an den Dünen

Für die Nacht haben wir uns wieder für eine Unterkunft entschieden, die wir bereits von früheren Reisen kennen. Die Anlage liegt sehr nah an den Dünen. Es gibt einen Swimmingpool und natürlich jede Menge Möglichkeiten, die besondere Umgebung fotografisch einzufangen. Wer noch Energie hat, kann zu Fuß in Richtung Dünen laufen und dort den Sonnenuntergang erleben. Für uns ist allein die Lage schon etwas Besonderes. Nach einem langen Tag auf dem Motorrad sitzen wir nun am Rand der Sahara und schauen auf die gewaltigen Sandberge. Genau auf diesen Moment haben wir uns während der gesamten Reise gefreut.
Sonnenuntergang in der Wüste


Wer Zeit und Lust hat, sollte den Sonnenuntergang nicht verpassen. Die Dünen verändern im Abendlicht ständig ihre Farbe und die Schatten werden immer länger. Für Motorradfahrer ergeben sich hier natürlich fantastische Fotomotive. Allerdings sollten unsere Straßenmotorräder auf den befestigten beziehungsweise dafür vorgesehenen Flächen bleiben. Wir müssen nicht mit unseren schweren Straßenmaschinen in die Dünen fahren. Die Wüste lässt sich auch zu Fuß wunderbar erleben – und ehrlich gesagt ist das für uns sogar die schönere Variante. So können wir die Landschaft in Ruhe auf uns wirken lassen, ohne uns Gedanken über Sand, Sturzrisiko oder unsere Motorräder machen zu müssen.
Ein langer Tag geht zu Ende
Am Abend essen wir in unserer Unterkunft und lassen den Tag ruhig ausklingen. 311 Kilometer liegen hinter uns – und mit den großen Dünen vor Augen fühlt es sich ein bisschen so an, als wären wir endgültig in einer anderen Welt angekommen.
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