Name: MM9
Länge: 213 km
Dauer: 7 Std
Höhe: 1450 m
Fazit: 213 Kilometer und ein Tag voller Gegensätze: Sandwüste, Palmenoasen, historische Bewässerungssysteme und gewaltige Felswände. Für uns ist die Kombination aus entspannter Motorradtour und dem Nachmittagsausflug zur Schlucht perfekt. Gerade die etwas kürzere Etappe gibt uns die Möglichkeit, nicht nur Kilometer zu machen, sondern Marokko zwischendurch auch einmal abseits der Straße zu entdecken.
Von der Wüste zur beeindruckenden Schlucht
Heute haben wir mit rund 213 Kilometern eine vergleichsweise kurze Etappe vor uns. Das passt gut, denn am Nachmittag wollen wir noch einen besonderen Abstecher unternehmen: zu einer beeindruckenden Schlucht im Atlasgebirge. Wir starten direkt an den großen Sanddünen und fahren zunächst durch die Wüstenlandschaft zurück Richtung Norden. Danach verändert sich die Umgebung immer wieder – von Sand und Wüste über Palmenhaine bis hin zu den ersten Ausläufern des Atlas. Unterwegs wartet mit einem historischen unterirdischen Bewässerungssystem ein ganz besonderes Stück marokkanischer Geschichte auf uns. Und am Nachmittag geht es schließlich mitten hinein in eine gewaltige Felsenschlucht.
Frühstück mit Blick auf die Dünen
Auch heute begrüßt uns wieder strahlender Sonnenschein. Da die Tagesetappe mit 213 Kilometern überschaubar ist, lassen wir den Morgen gemütlich angehen. Wir frühstücken in Ruhe und genießen noch einmal die Atmosphäre rund um die großen Dünen. Danach packen wir unsere Motorräder. Bevor wir endgültig losfahren, machen wir allerdings noch einen kleinen Fotostopp.
Das perfekte Dünen-Fotomotiv

Wir fahren mit den Motorrädern noch einmal zu einem nahegelegenen Stellplatz. Hier stehen Wohnmobile aus ganz Europa, wobei uns besonders viele französische Fahrzeuge auffallen. Für uns ist der Platz aber aus einem anderen Grund interessant: Von hier aus bieten sich hervorragende Möglichkeiten, die Motorräder gemeinsam mit den großen Sanddünen zu fotografieren. Wir stellen die Motorräder passend zur Dünenkulisse auf und schießen noch einige Fotos. Solche Bilder gehören für uns einfach zu einer Motorradtour durch Marokko. Und wann bekommt man schließlich die Gelegenheit, seine Motorräder vor einer echten Sahara-Kulisse abzulichten?
Durch das Wüstenzentrum zurück Richtung Norden
Danach fahren wir weiter durch den touristisch geprägten Ort am Rand der Dünen. Hier treffen Wüstenreisende, Hotels, Camps, Restaurants und zahlreiche Anbieter von Wüstentouren aufeinander. Wir bleiben nicht lange und machen uns wieder auf den Weg Richtung Norden. Nach der beeindruckenden Dünenlandschaft wird die Umgebung langsam wieder vertrauter. Der Sand tritt in den Hintergrund und die Straße führt durch eine zunehmend abwechslungsreiche Landschaft. Teppiche statt Dünen Im nächsten größeren Ort legen wir einen Stopp an der Einkaufsstraße ein. Hier befinden sich zahlreiche Teppichgeschäfte und Händler mit typisch marokkanischem Kunsthandwerk. Wir schlendern durch einige der Geschäfte und schauen uns die verschiedenen Waren an. Natürlich werden wir angesprochen. Unsere kleine Standardantwort ist schnell gefunden: „Wir sind mit dem Motorrad unterwegs – wir können leider nichts mitnehmen.“ Das ist zwar nicht immer die eleganteste Ausrede, funktioniert aber erstaunlich gut. Und tatsächlich ist es mit dem Motorrad auch schwierig, einen großen Teppich spontan im Gepäck unterzubringen. Unser Tipp: Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, sollte beim Einkaufen immer an Stauraum, Gewicht und sichere Befestigung denken. Ein Souvenir ist schön – wenn es am Ende aber nicht vernünftig transportiert werden kann, wird aus dem Einkauf schnell ein Problem.
Die Palmenstraße durch die Oasenlandschaft

Hinter dem Ort fahren wir weiter durch die trockene Landschaft. Der Verkehr nimmt wieder deutlich zu und die Umgebung verändert sich. Wir nennen diesen Abschnitt für uns die „Palmenstraße“. Links und rechts der Straße ziehen sich immer wieder Palmenhaine entlang. Nach der kargen Wüstenlandschaft rund um die großen Dünen ist das ein schöner Kontrast. Die Palmen stehen teilweise dicht an der Straße und geben uns einen Vorgeschmack auf die Oasenlandschaften, die uns auf dieser Etappe noch erwarten. Dann biegen wir in Richtung Atlasvorland ab. Unsere Route führt zunächst durch kleinere Orte und weiter in Richtung eines historischen Bewässerungssystems.
Wasser aus der Wüste – ein faszinierendes Bewässerungssystem

Mitten in der trockenen Landschaft stoßen wir auf eine Technik, die uns zunächst fast unsichtbar erscheint. Es handelt sich um ein traditionelles unterirdisches Bewässerungssystem. Über lange unterirdische Kanäle wurde Wasser aus tieferen Schichten in Richtung der Oasen geleitet. Das Faszinierende daran: Von oben sieht man zunächst gar nicht viel. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man die zahlreichen Schächte, die entlang der unterirdischen Wasserläufe angelegt wurden. Über Generationen hinweg ermöglichten diese Systeme, Wasser durch die trockene Landschaft zu transportieren und damit Oasen und landwirtschaftliche Flächen zu bewässern. Wir entscheiden uns für eine Führung durch die unterirdischen Gänge. Für einen kleinen Eintrittspreis können wir einen Teil dieses historischen Wassersystems besichtigen. Für uns ist das eine tolle Abwechslung zur reinen Straßenfahrt. Vor allem zeigt dieser Besuch, wie Menschen schon vor langer Zeit mit den schwierigen Bedingungen der Wüste umgehen mussten.
Weiter Richtung Atlas
Nach dem Besuch geht es weiter Richtung Atlas. Die Strecke selbst ist anschließend zunächst weniger spektakulär. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage ist das aber gar nicht schlecht. Wir können einfach Kilometer machen und die Landschaft an uns vorbeiziehen lassen. Manchmal braucht eine Motorradtour genau solche Abschnitte: keine besonderen Sehenswürdigkeiten, keine engen Kurven und keine großen Fotostopps – einfach fahren, Landschaft genießen und den Kopf frei bekommen.
Tanken und Vorräte auffüllen
Im nächsten größeren Ort nutzen wir die Gelegenheit für einen weiteren Tankstopp. Wer noch Lebensmittel oder andere Vorräte benötigt, kann hier ebenfalls noch einmal einkaufen. Unser Tipp: Gerade auf den längeren Etappen durch Südmarokko nutzen wir solche größeren Orte konsequent, um Tank und Vorräte aufzufüllen. So müssen wir später nicht überlegen, ob wir noch genügend Wasser, Verpflegung oder Kraftstoff haben.
Aussicht über die grüne Palmenoase

Am Ortsende wartet noch ein schöner Aussichtspunkt auf uns. Von oben haben wir einen weiten Blick über eine große Palmenoase. Der Kontrast ist wieder beeindruckend: Trockene, steinige Berghänge und dazwischen ein breites grünes Band aus Palmen. Für uns ist das ein schöner Moment, bevor wir unser heutiges Quartier ansteuern. Solche Aussichtspunkte zeigen besonders deutlich, wie überraschend abwechslungsreich Südmarokko ist. Wenige Kilometer zuvor waren wir noch mitten in einer kargen Wüstenlandschaft unterwegs – jetzt schauen wir auf eine grüne Oase.
Motorräder sicher im Innenhof
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Unsere Unterkunft für heute ist ein kleines, familiengeführtes Haus. Die Motorräder können wir im Garten beziehungsweise Innenhof abstellen. Nach der langen Fahrt ist das angenehm unkompliziert: Motorräder abstellen, Gepäck runter und einchecken. Bei der Ankunft werden wir direkt gefragt, was wir am Abend essen möchten. Das gefällt uns. Statt später noch ein Restaurant suchen zu müssen, wissen wir schon, dass ein Abendessen auf uns wartet. Aber vorher steigen wir noch einmal auf die Motorräder.
Nachmittagsausflug zur Schlucht
Obwohl wir unser Tagesziel bereits erreicht haben, ist der Tag noch nicht vorbei. Wir fahren noch einmal los – diesmal zu einer der bekanntesten Schluchten dieser Region. Die Straße führt zunehmend zwischen die steilen Felswände. Mit jedem Kilometer wird die Landschaft beeindruckender. Am Eingang der Schlucht verändert sich die Umgebung plötzlich komplett. Links und rechts ragen gewaltige Felswände empor und die Straße führt durch einen immer schmaler werdenden Einschnitt. Für uns ist das ein echtes Motorrad-Highlight. Die Kombination aus guter Straße, engen Felswänden und dieser beeindruckenden Landschaft macht den Abstecher besonders reizvoll.
Mit dem Motorrad durch die Felsenschlucht
Wir halten immer wieder an, machen Fotos und schauen uns die Umgebung teilweise zu Fuß an. Gerade weil wir heute keine große Kilometeretappe mehr vor uns haben, können wir den Ausflug entspannt genießen. Wir müssen nicht auf die Uhr schauen und können uns Zeit lassen. Rund um die Schlucht gibt es natürlich auch einige Souvenirgeschäfte. Wir schlendern ein wenig herum, schauen uns die angebotenen Waren an und genießen einfach die Atmosphäre. Nach der Einsamkeit der Wüste und den langen geraden Straßen ist dieser Nachmittag noch einmal ein völlig anderes Erlebnis.
Ein abwechslungsreicher Fahrtag geht zu Ende
Anschließend fahren wir zurück zu unserer Unterkunft. 213 Kilometer liegen hinter uns – aber gefühlt haben wir an diesem Tag deutlich mehr erlebt. Wir sind von den großen Sanddünen durch die Wüste gefahren, haben Palmenhaine gesehen, ein jahrhundertealtes Bewässerungssystem erkundet und am Nachmittag noch eine gewaltige Felsenschlucht erlebt.
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