Name: MM10
Länge: 239km
Dauer: 6 Std
Höhe: 2639 m
Fazit: 239 Kilometer voller Motorrad-Highlights: Felsenschlucht, Stausee, eine Passhöhe auf 2.639 Metern, einsame Bergstraßen und spektakuläre Kehren. Für uns gehört diese Etappe zu den fahrerisch schönsten Tagen der gesamten Reise. Besonders die kurvenreiche Bergstrecke und die berühmten Kehren zeigen einmal mehr, wie abwechslungsreich Marokko für Motorradfahrer sein kann.
Bergpässe, Schluchten und spektakuläre Kehren
Heute stehen rund 239 Kilometer auf unserem Programm. Die Strecke selbst ist heute das eigentliche Erlebnis. Wir fahren noch einmal durch die beeindruckende Felsenschlucht vom Vortag, vorbei an einem großen blauen Stausee und anschließend über eine einsame, kurvenreiche Bergstrecke bis auf 2.639 Meter Höhe. Danach geht es hinunter in ein abgelegenes Bergtal und weiter zu einer weiteren berühmten Schlucht. Und spätestens bei den spektakulären Motorradkehren wissen wir wieder, warum wir mit dem Motorrad nach Marokko gekommen sind.
Noch einmal durch die Felsenschlucht
Wir holen die Motorräder aus dem Garten, packen sie und fahren zunächst noch einmal durch die Schlucht. Am Morgen wirkt sie allerdings völlig anders als am Vortag. Die Sonne steht jetzt anders und fällt in einem anderen Winkel auf die Felswände. Dadurch entstehen ganz andere Farben und Schatten. Natürlich können wir nicht einfach vorbeifahren. Wir halten noch einmal an und machen einige Fotos. Für uns ist das ein schönes Beispiel dafür, dass es sich manchmal lohnt, einen besonderen Ort zu unterschiedlichen Tageszeiten zu erleben. Die gleiche Strecke kann plötzlich völlig anders wirken.
Über einen kleinen Pass zum blauen Stausee

Nach der Schlucht führt die Straße zunächst über einen kleineren Pass. Die Landschaft öffnet sich wieder und plötzlich taucht vor uns ein großer, tiefblauer Stausee auf. Der Kontrast könnte kaum größer sein: Karge Felsen und trockene Landschaft auf der einen Seite, leuchtend blaues Wasser auf der anderen. Wir fahren am See entlang und biegen anschließend auf eine kleinere asphaltierte Straße in Richtung der Bergregion ab. Und damit beginnt für uns einer der schönsten Motorradabschnitte des Tages.
Vom früheren Offroad-Abenteuer zur Asphaltstrecke
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Vor etwa zehn Jahren war dieser Abschnitt noch eine ganz andere Nummer. Damals führte die Strecke über den hohen Pass teilweise als ausgewaschene Schotterpiste. Heute ist die Straße vollständig asphaltiert und für uns mit den Straßenmotorrädern sehr gut zu fahren. Was sich zum Glück nicht verändert hat, ist die Landschaft. Die wirkt weiterhin ausgesprochen abenteuerlich. Kaum Verkehr, viele Kurven und eine grandiose Berglandschaft – genau das, was wir uns von einer Motorradtour in Marokko wünschen. Die Straße windet sich immer weiter nach oben und mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht beeindruckender.
2.639 Meter und ganz viel Landschaft
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Schließlich erreichen wir die Passhöhe auf 2.639 Metern. Hier oben wirkt alles weit und menschenleer. Wir genießen die Ruhe und natürlich auch die Aussicht. Nach den trockenen Landschaften der vergangenen Tage ist die Fahrt durch diese einsame Bergwelt noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis. Unser Tipp für diese Strecke: Wer sie in den Wintermonaten fahren möchte, sollte sich vorher unbedingt über die aktuellen Bedingungen informieren. Eine Sperrung des Passes kann bei entsprechenden Wetterverhältnissen durchaus möglich sein.
Hinunter ins abgelegene Bergtal

Nach der Passhöhe beginnt die Abfahrt. Auch hier macht das Motorradfahren richtig Spaß. Die Straße führt durch eine Landschaft, die weiterhin rau und karg wirkt, während sich die Fahrbahn immer wieder elegant durch die Berge zieht. Dann taucht plötzlich ein kleiner Ort vor uns auf. In dieser einsamen Landschaft wirkt er fast wie eine kleine Oase. Nach den vielen Kilometern durch nahezu menschenleere Bergregionen ist es schön, wieder Häuser, Menschen und etwas Leben zu sehen. Wir fahren weiter in Richtung der nächsten Schlucht.
Die beeindruckende Dades-Schlucht

Irgendwann erreichen wir die nächste große Schlucht. Und wieder einmal merken wir: Auf Fotos kommt die Dimension dieser Landschaft kaum richtig zur Geltung. Die Felswände wirken gewaltig und die Straße zieht sich spektakulär durch die Schlucht. Natürlich können wir nicht einfach durchfahren. Wir halten an, fotografieren und versuchen, die beeindruckende Umgebung auf Bildern festzuhalten. Für ein gutes Video fahren wir sogar gleich dreimal hin und her. Der Grund ist ganz einfach: Wir möchten einmal eine Aufnahme ohne Touristen im Bild bekommen. Ganz so einfach ist das allerdings nicht. Die Schlucht gehört inzwischen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten dieser Region und entsprechend ist hier einiges los. Trotzdem lohnt sich der Besuch. Die Kombination aus Felswänden, Straße und den ungewöhnlichen Gesteinsformationen gehört für uns zu den eindrucksvollsten Landschaften der bisherigen Reise.
Die berühmten Motorradkehren

Kurz darauf erreichen wir einen Aussichtspunkt, der bei Motorradfahrern besonders beliebt ist. Unter uns liegt eine Reihe von eng aufeinanderfolgenden Kehren, die sich spektakulär durch die Landschaft ziehen. Schon der Blick von oben ist beeindruckend. Noch besser ist es natürlich, wenn man die Strecke selbst fahren kann. Und genau das machen wir. Die Kehren sind nicht nur ein tolles Fotomotiv, sondern machen auch richtig Spaß. Hier merken wir wieder, warum wir diese Reise mit dem Motorrad unternehmen. Kurve für Kurve geht es hinunter und wir können die Landschaft dabei aus einer völlig anderen Perspektive erleben. Unser Tipp: Auch wenn die Strecke zum Kurvenfahren einlädt, sollten wir hier besonders aufmerksam bleiben. Gegenverkehr, Fotostopps und andere Touristen gehören inzwischen zum Straßenbild. Lieber etwas langsamer fahren und dafür die Landschaft genießen.
Weiter Richtung Tagesziel
Nach der Schlucht geht es wieder auf die Hauptverbindung Richtung unseres heutigen Tagesziels. Der restliche Streckenabschnitt ist im Vergleich zu den vorherigen Kilometern deutlich unspektakulärer. Nach den Passkurven und der Schlucht ist das aber völlig in Ordnung. Wir können jetzt einfach Kilometer machen. Die Landschaft zieht an uns vorbei und wir lassen die vielen Eindrücke des Tages langsam sacken. Unser Ziel für heute ist eine größere Stadt am Rand der Wüstenregion.
Unser Quartier am Stadtrand
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Am Rand der Stadt erreichen wir schließlich unsere heutige Unterkunft. Die Anfahrt ist nicht ganz einfach zu finden. Hier lohnt es sich, die Navigation genau im Blick zu behalten und im Zweifel lieber einmal mehr nachzufragen. Die Motorräder können wir direkt vor der Unterkunft abstellen. Die Zimmer gefallen uns richtig gut und auch die Aussicht ist klasse. Dazu kommen mehrere kleine Terrassen, die dem Haus einen besonderen Charme verleihen. Nach dem langen Tag können wir hier wunderbar zur Ruhe kommen.
Ein gut besuchter Abend

Beim Abendessen merken wir schnell, dass wir mit unserer Unterkunft einen guten Griff gemacht haben. Das Haus ist sehr gut besucht. Nach einem Tag mit Passstraßen, einsamen Bergregionen, Schluchten und unzähligen Kurven genießen wir es, einfach sitzen zu können und den Abend ruhig ausklingen zu lassen. Für uns ist genau diese Mischung das Schöne an einer Motorradtour durch Marokko: Ein Tag kann aus wenigen hundert Kilometern bestehen und trotzdem so viele unterschiedliche Eindrücke liefern, dass man am Abend kaum alles verarbeitet bekommt.
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