Name: MM7
Länge: 372km
Dauer: 9 Std
Höhe: 2260 m
Fazit: 372 Kilometer voller Gegensätze: Großstadt, Atlaspass, Kasbahs, trockene Berglandschaft und ein grünes Flusstal. Für uns ist diese Etappe ein echtes Highlight der Reise – und spätestens am Abend fühlen wir, dass wir der Wüste immer näher kommen.
Tag 7 – Über den Hohen Atlas Richtung Wüste
Heute liegt wieder eine lange Motorradetappe vor uns: Rund 372 Kilometer bis zu unserem Tagesziel. Dabei erleben wir einen der großen Landschaftswechsel unserer Marokko-Reise. Morgens starten wir noch im quirligen Großstadtverkehr, dann geht es hinauf in den Hohen Atlas, über einen Pass auf rund 2.260 Metern Höhe, hinunter in die karge Landschaft des Südens und schließlich weiter durch ein grünes Flusstal in Richtung Wüste. Für uns ist das eine der Etappen, bei denen nicht nur das Ziel zählt. Der Weg dorthin ist das eigentliche Erlebnis.
Sonniger Start in der Großstadt
Nach dem Frühstück gehen wir zunächst in die Tiefgarage unseres Hotels. Dort wartet sogar ein Parkwächter auf uns. Wir packen unsere Maschinen und machen uns bei herrlichem Sonnenschein auf den Weg. Die Stadt verabschiedet uns allerdings nicht ganz so ruhig, wie wir es gerne hätten. Verkehr, Mopeds, Autos und Fußgänger sorgen auch am Morgen für das typische Großstadtgewusel. Wir fahren deshalb aufmerksam und lassen uns lieber etwas mehr Zeit.
Letzte Vorräte vor dem Atlas
Am Stadtrand legen wir noch einen Einkaufsstopp ein. Heute ist ein kleiner Vorratseinkauf besonders sinnvoll. Unser Tagesziel liegt weit im Süden und auch unsere Unterkunft für die kommende Nacht bietet zwar ein Restaurant, schenkt aber keinen Alkohol aus. Wer abends gerne ein Bier oder ein Glas Wein trinkt, sollte deshalb jetzt die Gelegenheit nutzen und seine persönlichen Vorräte ergänzen. Auch ein paar Snacks und Getränke für unterwegs wandern bei uns ins Gepäck. Dann kann die eigentliche Motorradtour beginnen.
Hinauf zum Atlaspass
Je weiter wir die Stadt hinter uns lassen, desto ländlicher wird die Umgebung. Die Bebauung wird weniger, die Straßen führen zunehmend durch offene Landschaft und irgendwann beginnt der eigentliche Anstieg in Richtung Atlas. Die Straße steigt immer weiter an und die Landschaft wird bergiger. Jetzt beginnt der Teil der Tour, auf den wir uns schon gefreut haben. Die Straße windet sich durch die Berge und mit jedem Höhenmeter verändert sich der Blick zurück ins Tal. Kurve für Kurve arbeiten wir uns nach oben.
2.260 Meter über dem Meer
Schließlich erreichen wir die Passhöhe auf etwa 2.260 Metern. Oben gibt es einen Aussichtspunkt, an dem wir natürlich anhalten. Von hier oben liegt die Bergwelt weit vor uns. Besonders beeindruckend finden wir den Blick auf die Straße, die sich in unzähligen Kurven durch die Landschaft zieht. Genau für solche Momente sind wir mit den Motorrädern unterwegs. Wir machen Fotos, genießen die Aussicht und lassen uns ein wenig Zeit. Direkt am Pass warten außerdem einige Händler. Auf kleinen Holztischen werden Steine, Mineralien und Souvenirs angeboten. Wir schauen uns ein wenig um, bevor es wieder auf die Motorräder geht.

Hinunter Richtung Süden
Auf der anderen Seite des Passes führt eine breite, gut ausgebaute und schön geteerte Straße wieder hinunter ins Tal. Nach den vielen Kurven im oberen Passbereich wird die Strecke wieder etwas flüssiger. Dabei verändert sich die Landschaft erneut. Das satte Berggrün weicht zunehmend einer trockeneren, fast wüstenartigen Umgebung. Wir merken jetzt deutlich, dass wir in Richtung Süden unterwegs sind.
Abstecher zu alten Kasbahs

Einige Kilometer nach der Passhöhe gibt es eine Möglichkeit, auf eine kleinere alte Kasbah-Strecke abzubiegen. Dort liegen mehrere traditionelle Lehmbauten und die Landschaft ist ausgesprochen reizvoll. Allerdings ist dieser Abstecher nicht mit der Hauptstraße zu vergleichen. Die Straßen sind deutlich kleiner und schmaler, wodurch man wesentlich langsamer vorankommt. Außerdem kann die Strecke je nach Witterung und Zustand teilweise problematisch sein. Einzelne Abschnitte können nicht durchgehend asphaltiert beziehungsweise wetterbedingt beeinträchtigt sein. Für unsere schweren Straßenmotorräder entscheiden wir uns deshalb gegen diese Variante. Unser Tipp: Wer mit einem passenden Motorrad unterwegs ist und diese Strecke fahren möchte, sollte den aktuellen Zustand unbedingt vor Ort oder über aktuelle lokale Informationen prüfen. Wir kennen die alte Kasbah-Strecke von früheren Fahrten und wissen deshalb, dass sie ihren ganz eigenen Reiz hat.
Unser Kasbah-Abstecher

Wir bleiben stattdessen auf der Hauptstraße und fahren weiter bis zu einem kleineren Ort. Dort biegen wir zu unserem eigentlichen Kasbah-Highlight ab. Der Aussichtspunkt liegt rund 8,5 Kilometer vom Abzweig entfernt. Die Strecke ist damit auch als kurzer Ausflug gut machbar. Am Aussichtspunkt angekommen, bietet sich uns ein schöner Blick auf die alten Kasbahs und die umliegende Landschaft. Natürlich sind wir hier nicht allein. Die Gegend gehört zu den bekannten Ausflugszielen und entsprechend gibt es auch hier einiges an touristischem Betrieb. Trotzdem lohnt sich der Abstecher für uns. Die Kombination aus alten Lehmbauten, Bergen und der trockenen Landschaft ist einfach typisch für diese Region.
Tankstopp vor dem Süden
Auf unserem weiteren Weg erreichen wir eine größere Stadt, die für viele Reisende als Ausgangspunkt für die Wüsten- und Kasbahregionen im Süden gilt. Auch wir wollen uns diesen Ort genauer anschauen – allerdings nicht heute. Da wir auf unserer Rückreise erneut hier vorbeikommen und dann sogar übernachten werden, verschieben wir die ausführliche Besichtigung auf einen späteren Reisetag. Für heute reicht uns ein Tankstopp. Wir füllen die Motorräder noch einmal vollständig auf. Das ist bei dieser langen Etappe eine gute Gelegenheit, denn weiter südlich werden die Abstände zwischen den Versorgungsmöglichkeiten größer.
Durch das Draa-Tal

Von hier aus fahren wir weiter Richtung Süden. Mit jedem Kilometer verändert sich die Landschaft erneut. Die Straße führt nun immer weiter in Richtung eines großen Flusstals. Die Umgebung wird trockener, die Berge wirken karger und gleichzeitig tauchen immer wieder grüne Bereiche auf. Gerade dieser Kontrast gefällt uns besonders: Auf der einen Seite die trockene Landschaft, auf der anderen Seite Palmen und grüne Streifen entlang des Flusses. Das Flusstal gehört für uns zu den landschaftlich schönsten Abschnitten dieser Tagesetappe. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich mitten in dieser trockenen Region eine grüne Lebensader durch die Landschaft zieht.
Unser Ziel liegt kurz vor der Wüste
![]() |
![]() |
![]() |
Nach den vielen Kilometern des Tages nähern wir uns schließlich unserem Tagesziel. Wir haben uns bewusst nicht für ein klassisches großes Hotel entschieden, sondern für eine kleine Anlage mit Campingplatz und einfachen Bungalows etwas außerhalb der Stadt. Schon bei der Ankunft merken wir: Hier ist alles eine Nummer gemütlicher. Die Anlage ist sehr naturbelassen gestaltet. Kleine Bungalows mit eigenem Badezimmer verteilen sich über das Gelände, dazu gibt es einen kleinen Swimmingpool und mehrere Lounges. Alles wirkt ein wenig urig, entspannt und sehr persönlich. Nach 372 Kilometern genau das, was wir jetzt brauchen.
Ein Bier vor dem Bungalow
Wir sitzen noch vor unseren kleinen Bungalows, trinken ein Bier und lassen den Tag langsam Revue passieren. Der Atlaspass liegt hinter uns, die Kasbahs haben wir gesehen, die südliche Landschaft liegt bereits vor uns und die nächste Etappe führt uns noch weiter in Richtung Wüste. Es sind diese ruhigen Momente am Abend, die wir auf einer Motorradreise besonders mögen. Kein Straßenlärm, kein hektischer Stadtverkehr – einfach sitzen, etwas trinken und die Eindrücke des Tages sortieren.
Abendessen unter südlicher Sonne

Später gehen wir ins Restaurant. Der Tisch ist bereits für uns gedeckt und das Essen schmeckt uns richtig gut. Alkohol wird hier allerdings nicht ausgeschenkt. Unsere eigenen Vorräte sind deshalb genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Wer dagegen lieber ein klassisches Hotel bevorzugt, kann natürlich auch direkt im nächsten größeren Ort übernachten. Für uns passt die einfache Bungalowanlage an diesem Abend aber genau richtig. Nach der langen Etappe lassen wir den Tag entspannt ausklingen und freuen uns schon auf das, was uns weiter südlich erwartet.
![]() |
![]() |
![]() |
-
Mit dem Motorrad nach Marokko – Fähre, Einreise und erste Tipps
-
Motorradreise durch Marokko – Tag 1: Ankunft und erste Eindrücke
-
Motorradtour Marokko Tag 2 – Rabat und Casablanca
-
Motorradtour Marokko Tag 3 – Casablanca nach Essaouira
-
Motorradtour Marokko Tag 4 – Essaouira nach Agadira
-
Motorradtour Marokko Tag 5 – Abenteuer im Hohen Atlas
-
Motorradtour Marokko Tag 6 – Atlasvorland, Steinwüste und Marrakesch
-
Motorradtour Marokko Tag 7 – Über den Atlas Richtung Wüste
-
Motorradtour Marokko Tag 8 – Durch die Wüste zu den großen Dünen
-
Motorradtour Marokko Tag 9 – Von der Wüste zur Schlucht
-
Motorradtour Marokko Tag 10 – Bergpässe, Schluchten und spektakuläre Kehren
-
Motorradtour Marokko Tag 11 – Bergpässe und Wasserfälle
-
Motorradtour Marokko Tag 12 – Serpentinen, Bergseen und Berberaffen
-
Motorradtour Marokko Tag 13 – Durch den Mittleren Atlas zur blauen Stadt
-
Motorradtour Marokko Tag 14 – Abschied und Rückfahrt zur Fähre
<-- Zurück zur Übersicht Marokko Touren
Onlineshop Motorrad Tourenbuch Marokko
| Info Bestellartikel (Buch in Papierform) | |
|
|
|
|
|
GPS Daten als ZIP File vom Internet ladenAls Option zu dem Buch dazu gibt es die Möglichkeit die GPS Daten nach dem Kauf vom Internet zu laden. Das Buch kommt per Post, die GPS Daten kann man vom Internet laden. Detaillierte Informationen hier klicken. |
|
| Info Ebook Marokko Stassentouren | |
|
|
GPS - Daten (bei Touren-APP dabei) es ist eine ZIP Datei dabei, darin sind die GPS-Daten für die Navisysteme wie Garmin, Tomtom, BMW Navigator, oder GPX-enthalten. Diese können dann mit einem PC/Lptop auf das Navigationsgerät gespielt werden. |










GPS - Daten (bei Touren-APP dabei)
Übersicht Regionen
Balkan/Kroatien
Bayern
Griechenland
Irland
Nordkap
Korsika
Pyrenäen
Rumaenien
Sardinien
Marokko
Seealpen/Westalpen
Sizilien
