La-Manga-Tour – Bergbaugeschichte und zwei Meere

233 km Motorradtour zum Mittelmeer, nach La Manga und durch das Hinterland zurück

Diese Tour lebt von ihren Gegensätzen. Am Morgen starten wir noch im bergigen Hinterland der Region Murcia. Über die Autobahn erreichen wir schnell die Mittelmeerküste und tauchen anschließend in die faszinierende Landschaft der Sierra Minera ein.

Mit Portmán, dem Faro de Cabo de Palos und der schmalen Landzunge von La Manga erleben wir gleich mehrere ganz unterschiedliche Höhepunkte. Das Besondere: Auf La Manga fahren wir zwischen zwei Meeren – dem offenen Mittelmeer und dem ruhigen Mar Menor.

Auf dem Rückweg lassen wir uns mehr Zeit. Kleine Landstraßen, kurvige Abschnitte und der Embalse de la Pedrera sorgen dafür, dass auch die Rückfahrt wieder zum Teil der Motorradtour wird.

Schnell ans Mittelmeer

Wir starten gegen 10 Uhr in Baños de Fortuna und nutzen zunächst die Autobahn, um möglichst schnell Richtung Mittelmeer zu kommen.

Dieser erste Abschnitt ist bewusst als schnelle Verbindung gedacht. So sparen wir Zeit und können uns später umso mehr Zeit für die landschaftlich interessanten Strecken und Sehenswürdigkeiten nehmen.

Nach der Autobahnfahrt erreichen wir die Umgebung von La Unión und tauchen in eine Landschaft ein, die deutlich von der jahrhundertelangen Bergbaugeschichte geprägt wurde.

Durch die Sierra Minera nach Portmán

Die Sierra Minera rund um La Unión und Portmán gehört zu den außergewöhnlichsten Landschaften dieser Tour.

Karge, mineralisch wirkende Berghänge, ehemalige Abbauflächen und Spuren des historischen Bergbaus prägen das Landschaftsbild. Gleichzeitig ist das Mittelmeer bereits ganz nah.

Gerade dieser Kontrast macht den Abschnitt besonders interessant: Auf der einen Seite die trockenen und teilweise kahlen Berge, auf der anderen das tiefblaue Mittelmeer.

Portmán – Bergbaugeschichte direkt am Meer

In Portmán lohnt sich ein Stopp am ehemaligen Fischerhafen.

Der Puerto Pesquero de Portmán erzählt eine ungewöhnliche Geschichte. Über Jahrhunderte war die Bucht vom Fischfang und der Seefahrt geprägt. Der intensive Bergbau veränderte die Landschaft jedoch grundlegend.

Über Jahrzehnte wurden große Mengen Abraum in die Bucht eingeleitet. Dadurch veränderte sich der natürliche Hafen so stark, dass er schließlich für die Schifffahrt praktisch unbrauchbar wurde.

Vom Mirador del Puerto de Pescadores lässt sich dieser ungewöhnliche Zusammenhang zwischen Bergbau, Meer und Landschaft besonders gut erkennen.

Der Stopp ist deshalb weniger ein klassischer Aussichtspunkt als vielmehr ein Ort, an dem Geschichte direkt in der Landschaft sichtbar wird.

Cabo de Palos – Leuchtturm über dem Mittelmeer

Von Portmán geht es weiter Richtung Cabo de Palos. Hier wartet einer der bekanntesten Aussichtspunkte der gesamten Tour.

Faro de Cabo de Palos

Der Faro de Cabo de Palos steht hoch über den zerklüfteten Felsen der Landspitze und ist eines der markantesten Wahrzeichen dieser Küstenregion.

Der Leuchtturm wurde 1865 in Betrieb genommen und ersetzte eine ältere Wachturmanlage aus dem 16. Jahrhundert.

Wir parken unterhalb des Leuchtturms und gehen die letzten Minuten zu Fuß. Oben angekommen, sollten wir uns etwas Zeit nehmen.

Der Blick reicht über die felsige Küste, kleine Buchten und das offene Mittelmeer. Bei guter Sicht können sogar die Islas Hormigas zu erkennen sein.

Für uns ist der Faro de Cabo de Palos einer der schönsten Fotostopps der Tour – besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen dem dunklen Fels, dem hellen Leuchtturm und dem offenen Meer.

La Manga – Motorradfahren zwischen zwei Meeren

Anschließend fahren wir weiter nach La Manga del Mar Menor.

Jetzt erwartet uns ein völlig anderes Landschaftsbild. Die rund 22 Kilometer lange Landzunge ist teilweise nur wenige hundert Meter breit.

Das sorgt für ein ganz besonderes Fahrgefühl:

Auf der einen Seite das offene Mittelmeer, auf der anderen das Mar Menor.

Wir fahren tatsächlich zwischen zwei Meeren.

Entlang der Landzunge gibt es zahlreiche Restaurants und Cafés, sodass sich La Manga hervorragend für eine Mittagspause eignet.

In der Hauptsaison und besonders an Wochenenden kann es allerdings deutlich lebhafter werden. Entsprechend sollten wir etwas zusätzliche Zeit für Verkehr und Parkplatzsuche einplanen.

Entlang des Mar Menor nach Los Alcázares

Nach der Pause verlassen wir La Manga und folgen dem Mar Menor in Richtung Norden.

Die Landschaft wird wieder weiter und flacher. Die dicht bebauten Bereiche der Landzunge gehen langsam in eine offenere Küstenlandschaft über.

Besonders schön ist der Blick über die riesige Wasserfläche des Mar Menor und auf die Berge des Hinterlandes.

Im Bereich von Los Urrutias und El Carmolí wirkt die Küste teilweise ursprünglicher und weniger dicht bebaut. Hier bietet sich bei Bedarf ein kurzer Fotostopp an.

Weiter geht es nach Los Alcázares, einem bekannten Ferienort am Mar Menor. Die Uferpromenade ist hier breiter und lebhafter, dazu kommen mehrere Kilometer Strand.

Wer etwas mehr Zeit einplanen möchte, kann hier einen Kaffee trinken, einen Spaziergang am Wasser machen oder – je nach Jahreszeit – eine Abkühlung im ungewöhnlich flachen und warmen Mar Menor genießen.

Zurück ins kurvige Hinterland

Nach dem Küstenabschnitt verlassen wir das Mar Menor und machen uns auf den Rückweg nach Baños de Fortuna.

Jetzt ändert sich die Tour erneut. Über kleinere Straßen geht es durch das Hinterland, unter anderem über den Bereich von Sucina und Cabezo de Plata.

Hier kommt wieder mehr Bewegung in die Tour: weniger Verkehr, kleinere Straßen und abwechslungsreiche Landschaften sorgen dafür, dass auch der Rückweg fahrerisch interessant bleibt.

Embalse de la Pedrera – letzter Landschaftswechsel

Ein weiterer Höhepunkt auf dem Rückweg ist der Embalse de la Pedrera.

Der Stausee liegt in einer weitläufigen, trockenen Landschaft und bildet einen schönen Kontrast zu den beiden Meeren, die wir zuvor erlebt haben.

Nach Mittelmeer, Mar Menor und der dicht bebauten Küste von La Manga wirkt die offene Landschaft rund um den Stausee fast wie eine andere Welt.

Über das Hinterland geht es anschließend weiter Richtung Norden, bevor wir nach insgesamt rund 233 Kilometern wieder Baños de Fortuna erreichen.

Fazit

Die La-Manga-Tour mit 233 Kilometern ist eine abwechslungsreiche Kombination aus schneller Anfahrt, Küste, Bergbaugeschichte und kurviger Landstraße.

Die Sierra Minera und Portmán erzählen von der bewegten Bergbaugeschichte der Region. Der Faro de Cabo de Palos bietet spektakuläre Ausblicke auf das Mittelmeer und auf La Manga erleben wir das besondere Gefühl, zwischen zwei Meeren zu fahren.

Mit dem Mar Menor, dem Embalse de la Pedrera und den kleinen Landstraßen im Hinterland bekommt auch die Rückfahrt ihren eigenen Charakter.

Unser Tipp: Die Autobahn auf dem Hinweg bewusst als Zeitersparnis nutzen und dafür auf dem Rückweg ausreichend Zeit für die Landstraßen einplanen. So verbindet die Tour zwei völlig unterschiedliche Motorrad-Erlebnisse zu einer großen Runde.