Kultur, Natur und Motorradfahren

Diese 140 Kilometer lange Tour verbindet ganz unterschiedliche Facetten Südostspaniens.

Wir starten in der trockenen und hügeligen Landschaft rund um Murcia und entdecken zunächst eine außergewöhnliche Kirche, die tatsächlich wie aus einem Märchenbuch wirkt. Anschließend wechseln wir in eine völlig andere Welt: hohe Palmen, historische Bewässerungsanlagen und eine grüne Oase mitten in der trockenen Landschaft.

Danach wartet mit einem Naturpark und seinen ausgedehnten Wasserflächen ein weiterer überraschender Landschaftswechsel auf uns. Flamingos, Reiher und andere Wasservögel sorgen hier für besondere Naturerlebnisse.

Zum Abschluss geht es wieder zurück auf kleine Landstraßen und kurvenreiche Strecken.

Eine Kirche wie aus dem Märchenbuch

Schon die ersten Kilometer führen durch eine trockene, hügelige Landschaft mit markanten Felsformationen.

Unser erstes großes Highlight ist jedoch ein außergewöhnliches Bauwerk auf einem Hügel über einer Stadt. Schon aus der Entfernung wirkt die Kirche mit ihren verspielten Türmen und der ungewöhnlichen Architektur eher wie ein Märchenschloss als wie eine klassische spanische Kirche.

Wir stellen die Motorräder ab und nehmen uns etwas Zeit für die Besichtigung.

Der Bau entstand im frühen 20. Jahrhundert und wurde nach mehreren Bauphasen fertiggestellt. Besonders interessant ist die ungewöhnliche Gestaltung des Gebäudes. Der Grundriss erinnert an ein Gefäß für Salböl und stellt damit einen direkten Bezug zur Namensgeberin der Kirche her.

Auch die Fassade lohnt einen genaueren Blick. Unterschiedliche Materialien wie Naturstein, Ziegel, Keramik und Flusskiesel wurden miteinander kombiniert.

Für uns ist das ein perfekter Auftakt: ein außergewöhnliches Bauwerk, eine schöne Aussicht und ein erster Eindruck davon, wie abwechslungsreich diese Tour noch werden wird.

Von der Märchenkirche in die Palmenwelt

Nach der Besichtigung steigen wir wieder auf die Motorräder und fahren weiter.

Und plötzlich verändert sich die Landschaft komplett.

Aus der trockenen Hügellandschaft gelangen wir in eine Stadt, die für ihre beeindruckenden Palmenhaine bekannt ist. Unser nächster Stopp führt uns in einen historischen Stadtpark mit zahlreichen hohen Dattelpalmen.

Helm ab, Motorrad abstellen und eintauchen in eine völlig andere Welt.

Ein historischer Palmenhain

Der große Stadtpark vereint mehrere historische Palmenhaine und vermittelt auf kleinem Raum einen Eindruck von der besonderen Kulturlandschaft der Region.

Unter den hohen Dattelpalmen fällt es schwer zu glauben, dass wir uns nur kurze Zeit zuvor noch durch eine ausgesprochen trockene Landschaft bewegt haben.

Doch genau darin liegt die Geschichte dieses Palmenbestandes.

Eine künstlich geschaffene Oase

Die Palmen wurden hier nicht einfach nur zur Verschönerung gepflanzt. Sie sind Teil eines ausgeklügelten Systems aus Landwirtschaft und Bewässerung.

Bereits vor Jahrhunderten wurde Wasser über Kanäle verteilt. Palmen wurden unter anderem entlang der Bewässerungsgräben und an den Rändern landwirtschaftlicher Flächen gepflanzt.

So entstand mitten in einer trockenen Region eine beeindruckende grüne Oase.

Der historische Palmenhain von Elche gehört heute zum UNESCO-Welterbe und zählt mit seinen vielen Palmen zu den außergewöhnlichsten Kulturlandschaften Europas.

Mehr als nur Palmen

Auch innerhalb des Parks gibt es einiges zu entdecken.

Eine historische Mühle, ungewöhnliche Gebäude, Gartenanlagen, ein kleines Amphitheater und weitere Details sorgen dafür, dass der Spaziergang abwechslungsreich bleibt.

Für uns ist dieser Stopp deshalb weit mehr als ein kurzer Spaziergang durch einen Stadtpark.

Hier erleben wir auf engem Raum, wie eng Wasser, Landwirtschaft, Palmen und die Geschichte der Region miteinander verbunden sind.

Vom Palmenhain zur Wasserlandschaft

Nach dem Spaziergang geht es wieder auf die Motorräder.

Wir verlassen die Stadt und fahren weiter in Richtung Küste. Dabei verändert sich die Landschaft erneut.

Die Palmen begleiten uns noch eine Weile, doch irgendwann öffnet sich vor uns eine völlig andere Welt: Wasserflächen, Schilf, Lagunen und Feuchtgebiete.

Wir erreichen einen Naturpark, den man in dieser trockenen Region zunächst kaum erwarten würde.

El Fondo – Naturparadies im trockenen Südosten

Der Naturpark El Fondo ist ein faszinierender Kontrast zu den trockenen Landschaften, die wir während der Tour bereits kennengelernt haben.

Wasserflächen, Schilfgebiete und Salzflächen prägen die Umgebung. Entstanden ist dieses Feuchtgebiet aus den Resten einer ehemals deutlich größeren Lagunenlandschaft.

Auch hier hat der Mensch die Landschaft entscheidend geprägt. Wasserbau und Landwirtschaft haben über viele Jahrzehnte eine Landschaft entstehen lassen, die heute für zahlreiche Vogelarten einen wichtigen Lebensraum bietet.

Und genau diese Verbindung aus menschlicher Nutzung und wertvoller Natur macht den Besuch so interessant.

Vögel ganz aus der Nähe

Vom Parkplatz geht es zu Fuß weiter.

Ein Holzsteg führt mitten durch die Wasserlandschaft und ermöglicht uns einen besonderen Blick auf das Leben zwischen Schilf und Lagunen.

Mit etwas Glück entdecken wir Flamingos, Reiher, Enten und verschiedene Watvögel.

Auch seltene Vogelarten sind in diesem Gebiet zu Hause.

Nach Kirche und Palmenhain steht jetzt ganz eindeutig die Natur im Mittelpunkt.

Der Holzsteg ist deshalb ein besonders schöner Kontrast zu den bisherigen Stationen der Tour.

Zurück in die Berge

Nach unserem Besuch im Naturpark steigen wir wieder auf die Motorräder.

Die Landschaft verändert sich erneut. Die Wasserflächen bleiben zurück und vor uns liegen wieder trockene, hügelige Landschaften.

Auf kleinen asphaltierten Straßen geht es langsam zurück in Richtung Berge. Unterwegs erreichen wir noch einmal einen höheren Pass und genießen die wechselnden Perspektiven auf die Landschaft.

Wer die Region bereits von einer anderen Tour kennt, wird einige Abschnitte vielleicht wiedererkennen. Aus einer anderen Fahrtrichtung wirken selbst bekannte Straßen jedoch erstaunlich unterschiedlich.

Der kurvenreiche Abschluss

Zum Ende der Tour wird es noch einmal richtig schön für Motorradfahrer.

Kleine Landstraßen führen durch die offene Landschaft, vorbei an Hügeln und markanten Felsformationen. Nach den vielen Eindrücken des Tages steht jetzt wieder das eigentliche Motorradfahren im Mittelpunkt.

Weniger Besichtigungsprogramm, dafür Kurven, Landschaft und Ruhe.

Genau so darf eine abwechslungsreiche Motorradtour langsam ausklingen.

Unser Fazit

Die Märchenkirchen-Tour ist eine Tour für alle, die beim Motorradfahren gerne unterschiedliche Welten miteinander verbinden.

Wir erleben ein außergewöhnliches historisches Bauwerk, spazieren durch einen beeindruckenden Palmenhain, beobachten Vögel in einer überraschenden Wasserlandschaft und genießen anschließend noch einmal kurvenreiche Landstraßen durch die Berge.

Kultur, Natur und Motorradfahren wechseln sich auf den 140 Kilometern ständig ab.

Und genau dieser stetige Landschaftswechsel macht die Tour so besonders: Von trockenen Bergen zur grünen Palmenoase, von der Palmenwelt zu Wasser und Vögeln – und anschließend wieder zurück auf die kurvigen Straßen Spaniens.